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Aktualisiert am 15. Juli 2010  

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    Schneidhain: ALK-Kompromissvorschlag
    gegen Sport- und Spielplatzverkauf

    Die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) tritt für die Erhaltung des sozialen Zentrums in Schneidhain mit Sportplatz, Spielplatz und Rollschuhbahn ein. Die unabhängige Wählergemeinschaft setzt sich auch für die Errichtung eines Nahversorgers an der B455 ein. Deshalb hat sie jetzt einen Antrag mit einem speziellen Auftrag für den Magistrat vorgelegt.

    Der Schneidhainer Sportplatz bildet mit dem Spielplatz, der Rollschuhbahn, dem Bolzplatz, der Grundschule und der Heinrich-Dorn-Halle das soziale Zentrum

    Dieser solle prüfen, „ob auf dem derzeitigen Sportplatzgelände ein Verbrauchermarkt mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern sowie ein Sportplatz mit DFB-Maßen untergebracht werden können“. Gleichzeitig sollen Spielplatz und Rollschuhbahn am derzeitigen Standort erhalten werden, unterstrich der ALK-Stadtverordnete Andreas Colloseus.

    Vorarbeiten für diese Lösung hat die ALK bereits erbracht. Zur Erläuterung, dass die Konzeption durchaus realistisch ist, wurden gleich zwei Planskizzen dem Antrag beigefügt. Diese verdeutlichen, dass das vielen Bürgern sehr wichtige soziale Zentrum nicht aufgelöst werden muss, sondern sogar um einen gut gelegenen Verbrauchermarkt erweitert werden könnte. In Variante 1 wird der Sportplatz etwas verschoben und in Variante 2 um 90 Grad gedreht. Die Umwandlung des derzeitigen Hartplatzes in einen Kunstrasenplatz solle durch den Verkaufserlös für den Verbrauchermarkt samt Parkplätzen erzielt werden, so der ALK-Stadtverordnete.

    Kompromissvorschlag der ALK

    Riesenpaket des Magistrats birgt viele Risiken

    Eine Absage erteilte die Wählergemeinschaft dem vom Magistrat geschnürten Riesenpaket, das auch den Kauf einer Gewerbefläche des Unternehmens Seeger als neuen Sportplatz-Standort sowie die Errichtung von mindestens zehn Doppelhäusern auf der jetzigen Fläche von Spielplatz und Rollschuhbahn vorsehe. Dieses Paket umfasse acht Punkte und weitere fünf Unterpunkte, die Bedingungen für die Realisierung vorgeben. Hier werde ein Rad gedreht, das viel zu groß sei und zu viele Risiken berge, falls nur einer der Punkte von dem potentiellen Investor nicht erfüllt werde, sagte Colloseus. Wenn sich im Nachhinein Probleme ergäben, könnte das ganze fragile Gebäude zusammenstürzen.

    Nach Ansicht der ALK besteht die Gefahr, dass ein Investor hauptsächlich die lukrative Wohnbebauung verwirklichen will und es später bei der Errichtung des neuen Sportplatzes Probleme geben könne oder der angedachte Verbrauchermarkt abspringe. Ein Ärgernis wäre dann, wenn auf dem ursprünglich geplanten Marktgelände später auch noch lukrative Wohnhäuser errichtet würden, denn eine deutlich bessere Nahversorgung der Schneidhainer wäre auch nach Auffassung der ALK sehr wünschenswert.

    Colloseus begrüßte die neuerdings vorgesehene „angemessene“ Beteiligung der Sportgemeinschaft Blau-Weiß an den Kosten. Dies sei in der heutigen Zeit selbstverständlich geworden. Der Schneidhainer Sportverein müsse nun beweisen, dass er nicht nur seine Anhänger zu einer Ortsbeiratssitzung mobilisieren, sondern auch die entsprechenden Finanzmittel mobilisieren könne. Auf einen kleinen Unterschied zwischen dem Königsteiner und dem Schneidhainer Verein verwies der ALK-Stadtverordnete noch: Während die Königsteiner in Spielgemeinschaft mit den Falkensteinern zwei Herren-Mannschaften und elf Junioren-Mannschaften ins Rennen schicken, umfasst der Fußballbetrieb der Schneidhainer eine Herren und vier Juniorenmannschaften.

    Königstein büßt erhebliche Vermögenswerte ein

    Ein ganz wichtiger Aspekt in den Augen der zweitstärksten Fraktion im Königsteiner Stadtparlament ist die finanzielle Frage. Colloseus erinnerte daran, dass Bürgermeister Helm in einem Sparkonzept ursprünglich den gesamten Schneidhainer Sportplatz zur Disposition gestellt habe, um durch einen Grundstücksverkauf erhebliche Einnahmen für die Stadt zu erzielen. Dagegen habe sich auch die ALK erfolgreich gewehrt. Mit den nun vom Magistrat vorgeschlagenen Grundstückgeschäften büße die Stadt Königstein aber erhebliche Vermögenswerte ein. Zum einen solle für 1,9 Millionen Euro ein Brachfläche der Firma Seeger gekauft werden. Dies sei ein viel zu hoher Betrag für die 14.800 Quadratmeter große Fläche, unterstrich Colloseus. Im Gegenzug solle ein städtisches Grundstück in hervorragender Lage für einen zu niedrigen Preis abgegeben werden.

    Bei diesem Grundstücks-Monopoly dränge sich der Eindruck auf, dass die Stadt ihre Schlossallee gegen die Badstraße eintauschen wolle. Selbst wenn man berücksichtige, dass ein noch nicht feststehender und nicht überprüfter Investor im Gegenzug einen Kunstrasenplatz samt Sportlerheim und Erschließung baue und die Rollschuhbahn auf ein anderes städtisches Grundstück verlege, gebe die Stadt das 20.600 Quadratmeter große derzeitige Sport- und Spielplatzareal viel zu günstig her. Auch wenn die Fläche für einen neuen Spielplatz abgezogen werde, verringere sich bei dem derzeit in Schneidhain geltenden Richtwert von 450 bis 520 Euro pro Quadratmeter das Buchvermögen der Stadt um mehrere Millionen. Dieses Minusgeschäft sei einer der Gründe, warum die ALK nicht die Hände für den Verkaufsvorschlag heben werde.

    Ein gewichtiger anderer Grund seien die erheblichen Risiken für Königstein und Schneidhain, mit denen die Verwirklichung dieses riesigen Gesamtpakets verbunden sei. Der Katzenjammer wäre groß, wenn das soziale Zentrum Schneidhains geopfert und das wertvolle Grundstück mit Wohnhäusern bebaut wäre, ohne dass ein Einkaufsmarkt in Schneidhain errichtet sei. (22.6.2010)

    Nachtrag vom 24.6.2010: In der Stadtverordnetenversammlung ist der Kompromissvorschlag der ALK von den anderen Fraktionen abgelehnt worden. Sie waren nicht einmal bereit diesen zu prüfen. Stattdessen wurde der Verkauf des Sport- und Spielplatzgeländes grundsätzlich beschlossen.


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