Kommunalwahlen in Königstein im Taunus

Die unabhängige Wählergemeinschaft ALK zieht erstmals 1981 in die Königsteiner Stadtverordnetenversammlung ein. Zunächst war die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein die zweitstärkste Fraktion, seit der Wahl 2016 stellt sie die mit Abstand stärkste Fraktion.
Ihre Ergebnisse lagen bei den vergangenen neun Kommunalwahlen zwischen 20,7 und inzwischen 35,5 Prozent.

Die am 12. Dezember 1980 gegründete ALK ging aus mehreren Bürgerinitiativen hervor. Dazu gehörten Gegner einer Bebauung des Naherholungsgebietes Bangert, Gegner des Kurbad-Anstrichs, die Bürgerinitiative Umweltschutz Königstein (die sich auch gegen den Bau einer autobahnähnlichen neuen B 8 nahe Königstein/Schneidhain einsetzte) sowie Initiativen, die sich für mehr Radwege, Kinderspielplätze und für einen pfleglichen Umgang mit dem Stadtbild engagierten. Diese schlossen sich zu einer unabhängigen Wählergruppe zusammen, um ihre Ziele und Anliegen auch im Stadtparlament und in den Ortsbeiräten "zu Gehör" zu bringen.

Dabei blieb es häufig auch, da die ALK - insbesondere in den Anfangszeiten - als ungeliebter Eindringling angesehen wurde, der die so harmonisch arbeitende inoffizielle Große Koalition von CDU, SPD und FDP störte. Ein weiterer Effekt war, dass die ALK die absolute CDU-Mehrheit brach.

Nachstehend werden zunächst die Kommunalwahlen mit ALK-Beteiligung (seit 1981) dokumentiert und die Ergebnisse (aus ALK-Blickwinkel) eingeordnet.

Im Anschluss an das Wahlergebnis von 1981 werden die Ergebnisse der Kommunalwahlen in der Zeit von 1946 bis 1977 sowie daran anschließend die Wahlergebnisse der Kommunalwahlen 1929 und 1933 aufgelistet.


Kommunalwahl am 6. März 2016


Stadtparlament:
ALK   35,5 % (+ 3,5)  13 Sitze (+ 1)
CDU   31,0 % (- 6,2)  12 Sitze (- 2)
FDP   17,4 % (+ 5,6)   6 Sitze (+ 2)
SPD    9,3 % (- 1,6)   3 Sitze (- 1)
GRÜNE  6,8 % (- 1,1)   3 Sitze (± 0)
Wahlbeteiligung 51,8 % (+1,5)

Bei der Kommunalwahl am 6. März 2016 hat die Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein den größten Erfolg ihrer bislang 35-jährigen Geschichte erzielt. Mit 35,5 Prozent und 13 Sitzen wurde die ALK erst­mals die größte Fraktion in der Königsteiner Stadtverordnetenversammlung.

Der Zuwachs gegenüber der Wahl im Jahr 2011 beträgt 3,5 Prozentpunkte und einen Sitz. Bei einer leicht gestiegenen Wahlbeteiligung von 51,8 % (2011: 50,3 %) wurde die ALK umgerechnet von 2105 Wählern unterstützt, gegenüber 2011 ein Anstieg um 357 Wähler.

Die bislang stärkste Partei CDU verlor 6,2 Prozentpunkte (jetzt 31,0 %) und zwei ihrer bislang 14 Sitze. In vielen anderen Städten wie Kronberg (- 4 Sitze) oder Kelkheim gab die CDU bei dieser Wahl deutlich mehr Sitze ab als in Königstein. Die beiden Sitze der CDU gingen an die FDP, die um 5,6 Prozentpunkte auf 17,4 % wuchs und die Zahl ihrer Sitze um ein Drittel auf sechs steigerte.

Die SPD verlor 1,6 Prozentpunkte, sackte unter die Zehn-Prozent-Marke auf 9,3 % und büßte einen ihrer bislang vier Sitze ein (jetzt drei). Die Grünen verloren im Hinblick auf den Fukushima-Effekt 2011 mit 0,9 Prozentpunkten auf 6,8 % weniger als erwartet und halten ihre drei Sitze im Stadtparlament und auch ihren einen Sitz im Magistrat. Im landesweiten Vergleich haben die Königsteiner Grünen ein Top-Ergebnis erzielt, da fast überall die Grünen sehr deutlich Sitze einbüßten.

Im Magistrat der Stadt Königstein werden auch künftig wie bisher je drei Vertreter von ALK und CDU sowie je ein Mitglied von FDP, SPD und Grünen sitzen (plus der Bürgermeister).

Für eine Koalition oder Kooperation gab es in Königstein fünf Möglichkeiten. Die ALK hätte sowohl mit der CDU (zusammen 25) wie auch mit der FDP (19) eine rechnerische Mehrheit (absolute Mehrheit bei 37 Sitzen = 19). Die anderen Kombinationen waren schwierigere Dreier-Konstellationen. Reichen würde es stimmenmäßig für ALK/SPD/Grüne (19), CDU/FDP/SPD (21) oder CDU/FDP/Grüne (21). Es wurde dann die sechste Variante: Zu einem Vierer-Bündnis schlossen sich CDU/FDP/SPD/Grüne mit ihren 24 Sitzen zusammen.


Kommunalwahl am 27. März 2011


Stadtparlament:
CDU   37,2 % (- 0,1)  14 Sitze (± 0)
ALK   32,0 % (- 1,2)  12 Sitze (± 0)
FDP   11,8 % (- 1,8)   4 Sitze (- 1)
SPD   10,9 % (- 2,1)   4 Sitze (- 1)
GRÜNE  7,9 % (+ 5,0)   3 Sitze (+ 2)
Wahlbeteiligung 50,3 % (+6,0)

Die Kommunalwahl 2011 wurde von der Katastrophe im japanischen Fukushima überlagert. Diese führte zu einem Anstieg der Wahlbeteiligung und - wie in ganz Hessen - zu großen Gewinnen der Grünen. Diese verdreifachten ihre Prozente und Sitze. Alle anderen Fraktionen verloren, wobei die CDU mit einem Minus von 0,1 Prozentpunkten glimpflich davon kam. Während allerorten die CDU in Hessen deutlich verlor, blieb die CDU in Königstein konstant. Dies lag allerdings daran, dass die CDU ihre starken Verluste mit einem Minus von 7,1 Prozentpunkten nach der missglückten Kommunalwahl 2006 bereits fünf Jahre zuvor vorweg genommen hatte. Bei der Wahl 2011 kehrten dann etliche angestammte CDU-Wähler, die 2006 aus Protest nicht gewählt oder sich für andere Parteien entschieden hatten, zur CDU zurück.

In absoluten Zahlen hatte die ALK zwar Wählerstimmen dazu gewonnen, doch wegen der gestiegenen Wahlbeteiligung gab es ein Minus von 1,2 Prozentpunkten auf glatte 32 Prozent. Die ALK stabilisierte sich mit ihrem zweitbesten Ergebnis auf hohem Niveau. Der Abstand zur drittstärksten Fraktion beträgt nun 21,2 Prozentpunkte. Mit großem Vorsprung blieb die ALK zweitstärkste Kraft, der Abstand zwischen CDU und ALK klaffte allerdings weiter auseinander. Knapp konnte die ALK ihre 12 Sitze halten, die CDU blieb bei ihren 14 Sitzen.

Auf niedrigem Niveau verzeichneten FDP und SPD relativ große Verluste. So verlor die SPD ein Sechstel ihrer Prozente. Die FDP behauptete ihren dritten Platz vor der SPD. FDP und SPD gaben je einen Sitz an die erstarkten Grünen ab.

Der besondere Nebeneffekt dieser Wahl: CDU und FDP haben ihre absolute Mehrheit von 19 Sitzen verloren und verfügen jetzt gemeinsam nur noch über 18 Sitze, während ALK, SPD und Grüne gemeinsam mit 19 Sitzen über einen mehr verfügen.

Es gibt weiterhin keine Koalition im Königsteiner Stadtparlament. CDU und ALK verständigten sich nach der Wahl, die herausgehobenen ehrenamtlichen Positionen unter den beiden stärksten Fraktionen aufzuteilen. Als stärkste Fraktion mit dem ersten Zugriff entschied sich die CDU für die Position des ehrenamtlichen 1. Stadtrats, die ALK stellt erstmals in ihrer Geschichte den Stadtverordnetenvorsteher.


Kommunalwahl am 26. März 2006

Broschüre "Eine Chance für Königstein" zur Kommunalwahl 2006
 Die ALK ...
 Eine Chance für Königstein
 Probleme gemeinsam lösen
 Finanzen verbessern
 Ja zum Haus der Begegnung
 Behutsame Stadtentwicklung
 Mehr Parkplätze
 Engagement für Königstein
 Mehr Bürgerbeteiligung


Stadtparlament:
CDU   37,3 % (- 7,1)  14 Sitze (- 2)
ALK   33,2 % (+ 9,5)  12 Sitze (+ 3)
SPD   13,0 % (- 1,9)   5 Sitze (- 1)
FDP   13,6 % (+ 0,6)   5 Sitze (± 0)
GRÜNE  2,9 % (- 1,0)   1 Sitz  (± 0)
Wahlbeteiligung 44,3 % (-9,9)

Großer Gewinner der Kommunalwahl 2006 ist die ALK: Sie legt 9,5 Prozentpunkte zu, gewinnt drei Sitze und rückt vom Ergebnis her dicht an die CDU heran. Größter Verlierer ist die CDU, die 7,1 Prozentpunkte und zwei Sitze einbüßt. Erstmals seit knapp 50 Jahren sackt die Königsteiner CDU unter die 40-Prozent-Marke. ALK und CDU sind nur noch 4,1 Prozentpunkte und zwei Sitze auseinander.

Erstmals überholt die FDP mit 13,6 Prozent (+ 0,6) die SPD, die mit nur noch 13,0 Prozent 1,9 Prozentpunkte einbüßt. Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und erreichen nur noch 2,9 Prozent.

Die Wahlbeteiligung geht erneut drastisch zurück, sie sinkt um fast zehn Prozentpunkte (- 9,9) auf das Rekord-Tief von 44,3 Prozent und ist so niedrig wie noch nie zuvor. Mit Schuld daran war möglicherweise das neue und komplizierte Wahlsystem mit Kumulieren und Panaschieren. Es blieben aber auch viele angestammte CDU-Wähler zu Hause (oder wechselten zur ALK), weil sie verärgert über ihre Partei waren.

Die CDU hatte sich in den Monaten zuvor eine beispiellose und peinliche Pannenserie bei der Aufstellung ihres Bürgermeisterkandidaten geleistet. In der Stichwahl kurz vor der Kommunalwahl setzte sich dann das abtrünnige CDU-Mitglied Leonhard Helm mit großem Vorsprung gegen die offizielle CDU/FDP-Kandidatin Karin Weikamp (CDU) durch. Kurz vor der Kommunalwahl hatte der erfolgreiche Bürgermeisterkandidat Helm mit seiner Partei abgerechnet und kaum verhohlen öffentlich zur Wahl von ALK und SPD aufgerufen, die ihn in der Stichwahl unterstützt hatten.

Zwar haben im Stadtparlament CDU und FDP eine knappe Mehrheit der Mandate, doch sie verzichten darauf, ihre Koalition fortzusetzen. Auch eine andere Koalition wird nicht gebildet.


Bürgermeisterwahl am 29. Januar 2006

Erster Wahlgang:
Helm, Leonard 35,9 %
Weikamp, Karin 30,3 %
Schlachter, Hedwig   27,7 %
Klempert, Gabriele 6,1 %

Stichwahl am 12. Februar 2006
Helm, Leonard 68,8 %
Weikamp, Karin    31,2 %

In der ersten Runde der Direktwahl zum Königsteiner erhält der einzige Mann im vierköpfigen Bewerberfeld die meisten Stimmen: Der frühere CDU-Stadtverordnete und frühere stellvertretende Königsteiner CDU-Vorsitzende Leonhard Helm tritt als unabhängiger Kandidat an und erzielt 35,9 Prozent. Seine Parteifreundin Karin Weikamp, die von CDU und FDP unterstützt wird, kommt auf 30,3 Prozent.

Mit 27,7 Prozent kommt die ALK-Fraktionsvorsitzende Dr. Hedwig Schlachter auf den undankbaren dritten Platz und zieht nicht in die Stichwahl ein. Abgeschlagen auf dem vierten Platz landet mit 6,1 Prozent die SPD-Vorsitzende Gaby Klempert. Manche meinen, wenn die SPD auf eine eigene aussichtslose Kandidatin verzichtet und zur Wahl von Hedwig Schlachter aufgerufen hätte, wäre diese anstatt Weikamp in die Stichwahl gekommen. Und dann wären die Karten völlig neu gemischt gewesen.

Aber da es ist wie es war, bekommt der Kandidat Helm bei niedrigerer Wahlbeteiligung die meisten Stimmen von bisherigen ALK- und SPD-Wählern und siegt mit 68,8 Prozent. Weikamp gewinnt keine Stimme dazu und verliert mit mageren 31,2 Prozent. Offensichtlich hatten die meisten Königsteiner die Nase von der Königsteiner CDU voll.


Kommunalwahl am 18. März 2001

ALK-Broschüre "Für ein lebenswertes Königstein" zur Wahl 2001
Inhalt: Foto ALK-Aktive im Seniorentreff; ALK erfolgreich für Königstein; Schwerpunkte der Politik: Stadthalle/Kongresszentrum, Schulen/Grundstücksverkäufe, B8-Umgehung/Kreiselumbau, Die unabhängige Wählergemeinschaft;
Die Themen der Kommunalwahl: Stadtbild, Innenstadt, Finanzen, Bürgernähe, Kultur, Jungend, Soziales, Verkehr, Umwelt;
Die Kandidatinnen und Kandidaten (Listen) öffnen...


Stadtparlament:
CDU   44,5 % (- 1,3)  16 Sitze (- 1)
ALK   23,7 % (+ 1,3)   9 Sitze (+ 1)
SPD   14,9 % (- 1,2)   6 Sitze (± 0)
FDP   13,0 % (+ 2,9)   5 Sitze (+ 1)
GRÜNE  3,9 % (- 1,7)   1 Sitz  (- 1)
Wahlbeteiligung 54,2 % (- 9,3)

Auf den ersten Blick ist das Wahlergebnis 2001 wenig spektakulär, die Parteien bleiben relativ stabil. Die Grünen sind mit minus 1,7 Prozentpunkten die größten Verlierer. Von ihnen wandert ein Mandat (zurück) zur ALK, die 1,3 Prozentpunkte zulegt. 1,3 Prozentpunkte verliert die CDU, während die FDP ein Plus von 1,5 verzeichnet. Von der CDU wechselt ein Mandat zur FDP, die ihren Vormarsch in Richtung drittstärkste politische Kraft langsam aber stetig fortsetzt.

SPD und FDP trennen nur noch 1,9 Prozentpunkte. Die SPD ist mit einem leichten Zuwachs von 0,2 Prozentpunkten relativ stabil, bezogen auf das prozentuale Ergebnis. Im Hinblick auf die Wähler verzeichnen alle Parteien, auch die Gewinner, ein Minus.

Die Wahlbeteiligung sinkt im Vergleich der Kommunalwahl 1997 mit der Wahl 2001 um 9,3 Prozentpunkte auf nur noch 54,2 Prozent. Dass nur noch jeder zweite Wahlberechtigte zur Wahl ging, hängt offensichtlich mit dem Verrauensverlust in alle politischen Gruppierungen in Königstein zusammen. Allerdings war die Zahl der Wahlberechtigten höher, da nun auch EU-Ausländer das Kommunalwahlrecht haben, dieses Recht aber deutlich weniger ausüben als ihre deutschen Mitbürger.

Bei der geheimen Wahl des Magistrats entfällt auf die ALK eine Stimme mehr als sie Sitze hat. Dies hat zur Folge, dass die ALK erstmals mit drei Stadträten im Magistrat vertreten ist. Der Magistrat hat insgesamt zehn Mitglieder. Es wird vermutet, dass die zusätzliche Stimme von den Grünen kam, da deren eingereichter Wahlvorschlag keine Stimme erhielt. Als dritter ALK-Vertreter zieht der B8-Gegner Dieter Schmid neu in den Magistrat ein.

Im Stadtparlament bilden CDU und FDP eine Koalition. Sie löst die langjährige CDU/SPD-Koalition ab, die im Prinzip seit der Eingemeindung der Stadtteile im Jahr 1972 bestanden hatte und sich auch darin manifestiert hatte, dass der Bürgermeister von der CDU und der hauptamtliche 1. Stadtrat von der SPD gestellt wurde.


Kommunalwahl am 2. März 1997

ALK-Broschüre "Für ein lebenswertes Königstein" zur Wahl 1997
Inhalt: ALK-Kandidatenfoto in der Konrad-Adenauer-Anlage, ALK erfolgreich für Königstein,
ALK die Zukunft Königsteins: Bau/Stadtbild, Soziales, Bürgernähe, Verkehr, Konrad-Adenauer-Anlage, Umwelt,
ALK-Kandidatenlisten, Portraits der Spitzenkandidaten.
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Stadtparlament:
CDU   45,8 % (+ 3,9)  17 Sitze (+ 2)
ALK   22,4 % (- 1,0)   8 Sitze (- 1)
SPD   16,1 % (+ 0,2)   6 Sitze (± 0)
FDP   10,1 % (+ 1,5)   4 Sitze (+ 1)
Grüne  5,6 % (+ 0,3)   2 Sitze (± 0)
Wahlbeteiligung 63,5 % (- 7,8)

Die WK 2000 tritt zur Wahl im Jahr 1997 nicht mehr an. Ihre Stimmen gehen zurück an CDU und FDP, die sich über einen Zuwachs von insgesamt 5,4 Prozentpunkten freuen können. Die SPD stabilisiert sich bei einem Plus von 0,2 auf niedrigem Niveau (16,1 Prozent).

Die ALK bleibt in ihrem Stammbereich zwischen 20 und 25 Prozent und verzeichnet bei einem leichten Minus von einem Prozent noch 22,4 Prozent, allerdings auch einen Sitz weniger.

Ebenfalls relativ stabil sind die Grünen, die mit 5,9 Prozent ein Plus von 0,3 Prozentpunkten verzeichnen und ihre zwei Sitze halten. Die Wahlbeteiligung ging um 7,8 Prozentpunkte zurück.


Bürgermeisterwahl am 6. Oktober 1996

Bei der ersten Direktwahl des Bürgermeisters in Königstein siegt Amtsinhaber Bertram Huke (CDU) mit 70,8 Prozent gegen den ALK-Vorsitzenden Robert Rohr mit 29,2 Prozent (1866 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag bei 56,6 %.

CDU, SPD und FDP hatten zur Wahl Hukes aufgerufen.


Kommunalwahl am 7. März 1993

ALK-Broschüre "Lebendige Politik in Königstein" zur Wahl 1993
Inhalt: Der Bangert bleibt grün, Unverdrossen für Königstein: Krankenhaus, Umweltbeauftragte, Trinkwasser, Gebühren, Komposttonnen, Taunusschul-Anbindung, historisches Judenbad, Wochenmarkt, ALK-Kandidatenfoto in der Konrad-Adenauer-Anlage, Die ALK wird sich besonders für folgende Anliegen einsetzen, Kandidatenlisten.
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Stadtparlament:
CDU     40,9 % (+ 0,8)  15 Sitze (± 0)
ALK     23,4 % (+ 2,7)   9 Sitze (+ 1)
SPD     15,9 % (- 4,6)   6 Sitze (- 1)
FDP      8,6 % (- 0,3)   3 Sitze (± 0)
Grüne    5,9 % (+ 5,9)   2 Sitze (+ 2)  (Erstmals angetreten)
WK 2000  5,3 % (- 4,4)   2 Sitze (- 2)
Wahlbeteiligung 71,3 % (- 6,8)

Die Kommunalwahl 1993 bringt erstmals die Grünen mit gleich zwei Sitzen in die Königsteiner Stadtverordnetenversammlung. Spitzenkandidatin war die ALK-Mitbegründerin und langjährige ALK-Stadtverordnete Eva Groth.

Die WK 2000 hat ihren Reiz verloren und büßt die fast die Hälfte ihrer Sitze und die Hälfte ihrer Mandate ein. Ein Teil der WK 2000-Wähler kehrte offensichtlich von der neuen Wählergemeinschaft enttäuscht zur ALK zurück, die sich um 2,6 Prozentpunkte auf 23,4 Prozent verbessert. Die Zahl der ALK-Mandate wächst von acht auf neun. Neben der WK 2000 ist die SPD die große Verliererin und büßt mit einem Verlust von 5,4 Prozent rund ein Viertel ihrer Wähler und einen Sitz ein.

Die ALK bezeichnet ihr Wahlergebnis als „großartig und phantastisch". Angesichts der niedrigeren Wahlbeteiligung verzeichnet die ALK als einzige der bisher im Stadtparlament vertretenen Fraktionen einen Zuwachs bei den Wählerstimmen. Das gute Ergebnis der CDU wird darauf zurückgeführt, dass der neue Bürgermeister Huke (CDU) in der Endphase des Wahlkampfs von der CDU quasi als Spitzenkandidat herausgestellt wurde, obwohl er gar nicht auf dem Wahlzettel stand.

In allen drei Ortsbeiräten ist die ALK die zweitstärkste Kraft mit je zwei Sitzen in Mammolshain und Falkenstein (jeweils knapp 21 Prozent und jeweils einen Sitz dazu gewonnen). In Schneidhain erzielt die ALK 30,7 Prozent und stellt drei Vertreter (plus einen Sitz).


Kommunalwahl am 12. März 1989

ALK-Broschüre "Eine Chance für Königstein" zur Wahl 1989
Inhalt:
Der Bangert, Deshalb braucht Königstein die ALK: Das Untertor, Unsere alte Schule, ALK-Kandidatenfoto im Kurpark,
Die ALK wird sich besonders für folgende Anliegen einsetzen, Kandidatenlisten.
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Stadtparlament:
CDU     40,1 % (- 3,9)  15 Sitze (- 1)
ALK     20,7 % (- 4,1)   8 Sitze (- 1)  (1802 Wählerstimmen)
SPD     20,5 % (- 0,2)   7 Sitze (- 1)
FDP      8,9 % (- 1,6)   3 Sitze (- 1)
WK 2000  9,8 % (+ 9,8)   4 Sitze (+ 4)  (neugegründet)
Wahlbeteiligung 78,1 % (+ 2,2)

Zum dritten Mal in Folge erleidet die Königsteiner CDU deutliche Stimmenverluste bei der Kommunalwahl 1989. Aber die Wahl sieht insgesamt drei Verlierer und einen Gewinner: Gewinner ist die neugegründete Wählergemeinschaft WK 2000, die mit 9,8 Prozent und vier Sitzen ins Stadtparlament einzieht. Das Ergebnis war auch die Quittung für die Umgestaltungspläne in der Innenstadt und in der Konrad-Adenauer-Anlage.

Die WK 2000 holte ihre Stimmen bei der bisherigen Regierungskoalition von CDU und FDP, die zusammen 5,5 Prozent verlieren, aber auch bei der anderen Wählergemein­schaft ALK, die 4,1 Prozent und einen Sitz einbüßt, aber immer noch zweitstärkste Fraktion ist. Die SPD ist mit 20,5 % und 22 Wählerstimmen weniger nur unwesentlich schwächer als die ALK, doch diese 22 Stimmen weniger bedeuten nur sieben Mandate – eines weniger als die der ALK. Wieder ein Beweis dafür, dass es in einer Kleinstadt auf jede Stimme ankommen kann.

Eigentlicher Verlierer ist Bürgermeister Antonius Weber (CDU). Da seine Koalition mit 18 von 37 Sitzen die absolute Mehrheit einbüßt, muss er um seine Wiederwahl bangen. Und tatsächlich lässt ihn seine Partei einige Jahre später fallen und hebt den jungen Grenzschutzbeamten Bertram Huke (CDU) aus Oberursel aufs Schild.

Zur Wahl war die ALK mit 104 Kandidaten angetreten.


Kommunalwahl am 10. März 1985

ALK-Broschüre "Eine Chance für Königstein" zur Wahl 1985
Inhalt:
Der Bangert, Deshalb braucht Königstein die ALK, Der Kreisel, Das Stadtbild, ALK-Kandidatenfoto vor dem Bangert,
Die ALK wird sich besonders für folgende Anliegen einsetzen, Kandidatenlisten.
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Stadtparlament:
CDU  43,9 % (- 4,6)  16 Sitze (- 2)
ALK  24,8 % (+ 2,8)   9 Sitze (+ 1)  (2051 Wählerstimmen)
SPD  20,7 % (+ 0,2)   8 Sitze (± 0)
FDP  10,5 % (+ 1,6)   4 Sitze (+ 1)
Wahlbeteiligung 75,9 % (- 8,3)

Die ALK setzt ihren Vormarsch auch bei der Kommunalwahl 1985 fort: Mit dem stärksten Zuwachs (+ 2,8 Prozentpunkte) aller Fraktionen war die ALK die eindeutige Siegerin dieser Kommunalwahl. Mit dem Gewinn von einem Mandat wurde die Position als zweitstärkste Fraktion gefestigt. Mit dem Ergebnis beweist die ALK, dass sie keine Eintagsfliege ist und die 22 Prozent bei der Wahl vier Jahre zuvor kein Zufallsprodukt waren. Mit diesem Ergebnis etabliert sich die ALK endgültig in der politischen Landschaft Königsteins.

Die ALK ist jetzt mit zwei Stadträten im Magistrat vertreten.

Die ALK war mit der Rekordzahl von 111 Kandidaten zur Wahl angetreten.

Nach der Wahl bezeichnete die ALK das Ergebnis als eindeutige Absage an die Bangert-Bebauung. Die CDU als letzte verbliebene Befürworterin dieser umweltzerstörenden Bebauung des beliebten Naherholungsgebietes erlitt mit einem Minus von 4,6 Prozentpunkten zum zweiten Mal in Folge einen deutlichen Verlust. Der ALK gelang es erneut, eine absolute Mehrheit der CDU zu verhindern.

Unschöne Begleiterscheinung im Wahlkampf waren heftige Attacken von CDU und SPD gegen die ALK und einen einzelnen ALK-Stadtverordneten. Das Landgericht Frankfurt musste schließlich der CDU die im Wahlkampf verwendete Gleichsetzung „ALK = Grüne“ bei einer Strafandrohung von 500.000 Mark untersagen.

CDU und SPD setzen ihre Koalition fort.


Kommunalwahl am 22. März 1981

ALK-Broschüre "Eine Chance für Königstein" zur Wahl 1981
Inhalt: Der Bangert, "Neues" Kolb-Haus, So wird Stadtbild und Landschaft zerstört, Kurbad,
Im Mittelpunkt muss der Bürger stehen, Der Verlauf der "neuen" B 8, Die ALK wird sich besonders für folgende Anliegen einsetzen, Kandidatenfoto in der Fußgängerzone, Die Kandidaten (-listen).
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Stadtparlament:
CDU  48,5 % (-  9,8)  18 Sitze (- 4)
ALK  22,0 % (+ 22,0)   8 Sitze (+ 8)  (1708 Wählerstimmen)
SPD  20,5 % (-  9,5)   8 Sitze (- 3)
FDP   8,9 % (-  2,7)   3 Sitze (- 1)
Wahlbeteiligung 84,2 %

„ALK stürzt die CDU“ lautete am Tag nach der Kommunalwahl 1981 die Schlagzeile der Taunus Zeitung. Und weiter hieß es: „Die CDU hat die vor neun Jahren errungene absolute Mehrheit verloren. Sie büßte vier Sitze ein, bleibt aber mit 18 Mandaten stärkste Fraktion. Der große Sieger in Königstein ist die ALK, die auf Anhieb acht Sitze schaffte und damit zur SPD aufgerückt ist. An Stimmen überflügelte die ALK mit 22 Prozent noch die SPD (20,5 %). Rein rechnerisch hat die ALK je zehn Prozentpunkte von SPD und CDU auf sich gezogen. Die FDP verlor 2,7 Prozentpunkte (8,9 %) und hat jetzt drei Mandate (bisher vier).“

Zur Wahl war die neugegründete Wählergemeinschaft mit der Rekordzahl von 75 Kandidaten angetreten.

Und sogar der „Spiegel“ bemerkte das Königsteiner Wahlergebnis und schrieb am 30.3.1981: „In der traditionellen CDU-Hochburg Königstein im Taunus, wo viele hessische Millionäre wohnen, brach eine „Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein“ (ALK) tief ins bürgerliche Lager ein. Linke Jugendliche und betuchte Hausbesitzer machten gemeinsam Front gegen den Plan des Hessischen Straßenbauamtes, das für den vierspurigen Ausbau einer Bundesstraße eine breite Trasse in noch unversehrte Taunus-Täler legen will. Die Wähler belohnten das ALK-Engagement mit 22 Prozent, die CDU ist ihre angestammte absolute Mehrheit los.“

Obwohl nach Prozenten und Stimmen stärker hatte die ALK im Stadtparlament ebenso wie die SPD acht Sitze. Gleich in der ersten Sitzung der neugewählten Stadtverordnetenversammlung stimmte bei der geheimen Wahl des Magistrats ein CDU Stadtverordneter für die SPD-Liste und verhinderte so einen Losentscheid zwischen ALK und SPD um einen zweiten Sitz im Magistrat. Dank dieser Schützenhilfe der CDU war die SPD vier Jahre lang im Magistrat durch zwei ehrenamtliche Stadträte (sowie durch den hauptamtlichen 1. Stadtrat Gregori vertreten), während die eigentlich stärkere ALK nur einen einzigen Vertreter in dem neunköpfigen Gremium hatte.

Zu Beginn der Wahlperiode wurde die CDU im Stadtparlament zunächst häufig von der FDP unterstützt, die dann aber von der SPD abgelöst wurde. Beide Parteien verabschiedeten mehrere Haushalte und unterstützten die von vielen Bürgern abgelehnte Verengung des Kreisels. Wenige Monate vor der Kommunalwahl 1985 wählten CDU und SPD gemeinsam Bürgermeister Weber (CDU) und den hauptamtlichen 1. Stadtrat Gregori (SPD) wieder. Gegen den Widerstand der ALK setzten CDU und SPD auch den Flächennutzungsplan durch, der viele neue Baugebiete auswies, die in ihrer Gesamtheit nach Einschätzung der ALK von der Königsteiner Infrastruktur (u.a. Verkehrsprobleme) nicht mehr verkraftet werden könnten.

Im Stadtparlament und in der Presse gab es heftige Attacken gegen die ALK. Aber auch die ALK war nicht zimperlich und teilte kräftig aus.


Die Königsteiner Kommunalwahlergebnisse von 1946 bis 1977

Die Ergebnisse 1946 bis 1968 beziehen sich nur auf die heutige Kernstadt Königstein. Ab 1972 umfassen die Ergebnisse auch die neuen Stadtteile Falkenstein, Mammolshain und Schneidhain. Falkenstein hatte eine CDU-Mehrheit, Mammolshain und Schneidhain hatten SPD-Mehrheiten mit SPD-Bürgermeistern.


1946:  CDU 59,6 %   SPD 24,9 %   FDP 13,2 %   KPD < 4 %   Deutsche Partei 1,5 %
1948:  CDU 47,6 %   SPD 27,3 %   FDP 27,3 %   KPD   4 %
1952:  CDU 36,6 %   SPD 25,6 %   FDP 23,2 %   BHE 12,1%   WG     1,5 %
1956:  CDU 35,8 %   SPD 29,5 %   FDP 22,2 %               WG56  12,6 %
1960:  CDU 33,1 %   SPD 32,7 %   FDP/Bürgerblock 12,7 %   WG56  13,2 %   BHE/GB 6,8 %   DP 1,4 %
1964:  CDU 37,6 %   SPD 34,5 %   FDP  9,1 %               WG56  18,5 % 
1968:  CDU 41,0 %   SPD 31,8 %   FDP/WG56        27,0 %
1972:  CDU 51,6 %   SPD 36,7 %   FDP 11,7 %
1977:  CDU 58,3 %   SPD 30,0 %   FDP 11,6 %

Wahlbeteiligungen: 
1948:  79,8 %  
1952:  70,1 %  
1956:  76,4 %  
1960:  76,9 %  

Die CDU erringt bei der ersten Kommunalwahl nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1946 die absolute Mehrheit. Diese erreicht sie dann erst wieder 1972 (51,64 %) und 1977 (58,3 %), die dann 1981 von der ALK gebrochen wird.

Schlechtestes CDU-Ergebnis ist 1960 mit 33,1 %, die SPD ist mit 32,7 % fast gleichauf. CDU und SPD trennen nur 16 Stimmen, so nah kamen sich die beiden Parteien bei einem Wahlergebnis nie wieder. Auch bei der darauffolgenden Wahl 1964 liegen die CDU mit 37,6 % und die SPD mit ihrem besten Nachkriegsergebnis von 34,5 % relativ dicht beieinander. Die SPD erzielt ihr bestes Kommunalwahl-Ergebnis im Willy-Brandt-Jahr 1972 mit 36,7 %, allerdings kann sie die absolute Mehrheit der CDU nicht verhindern.

Bei der Kommunalwahl 1948 erzielt die FDP mit 27,3 Prozent ihr bestes Ergebnis aller Zeiten.

Die Wählergemeinschaft WG 56 tritt erstmals 1956 an und kommt mit 390 Wählerstimmen auf 12,6 %. Ihr Hauptanliegen ist es, die geplante Seilbahn vom Ölmühlweg aus über das Ursulinenkloster zur Burgruine zu verhindern. 1960 erzielt die WG 56 13,3 %. 1964 kommt die WG 56 auf 18,5 %, 1968 erreicht die gemeinsame Liste von FDP und WG 56 27 %.

Nach der Fusion mit Falkenstein, Mammolshain und Schneidhain geht die WG 56 zur Wahl 1972 in der CDU auf, die dann mit 51,6 % die absolute Mehrheit erreicht.


Königsteiner Kommunalwahlen vor dem 2. Weltkrieg


Letzte Kommunalwahl in der Weimarer Republik am 17. November 1929


1283 Wähler
Zentrum                440 Stimmen  5 Sitze  34,3 %
Liste der Bürger       350 Stimmen  4 Sitze  27,3 %
Mittelstand            254 Stimmen  3 Sitze  19,8 %
Republikanische Werk-  239 Stimmen  2 Sitze  18,6 %
tätige Bevölkerung          

Erste Kommunalwahl nach der Machtergreifung

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung Königstein am 12. März 1933


1886 Wähler
NSDAP                  720 Stimmen (+ 720)  6 Sitze (+ 6)  38,2 %
Zentrum                520 Stimmen (+  80)  4 Sitze (- 1)  27,6 %
Liste der Bürger       290 Stimmen (-  60)  2 Sitze (- 2)  15,4 %
Republikanische Werk-  180 Stimmen (-  59)  1 Sitz  (- 1)   9,5 %                    
tätige Bevölkerung  
Mittelstand            176 Stimmen (-  78)  1 Sitz  (- 2)   9,3 %

Bei der ersten Kommunalwahl nach der Machtergreifung wird die erstmals kandidierende NSDAP auf Anhieb stärkste Partei. Offensichtlich haben auch zahlreiche bisherige Nichtwähler für die NSDAP gestimmt, worauf der Anstieg der Wähler von 1283 im Jahr 1929 auf 1886 im Jahr 1933 hinweist. Die NSDAP verfehlt mit 38,2 Prozent im Gegensatz zu vielen anderen Städten die absolute Mehrheit deutlich. Die ehemals stärkste Partei, das Zentrum, gewinnt sogar 80 Stimmen hinzu, verliert aber dennoch einen Sitz.

Mammolshain war dagegen ein richtiges „rotes Nest“:


Zentrum  133 Stimmen  4 Sitze  34,7 %
NSDAP     94 Stimmen  3 Sitze  24,5 %
KPD       86 Stimmen  3 Sitze  22,5 %
SPD       70 Stimmen  2 Sitze  18,3 %

In Mammolshain ist das Zentrum nach wie vor die stärkste Partei. Von den Sitzen her sind mit je drei Mandaten NSDAP und KPD gleichauf, die SPD erhält zwei Sitze. Die linken Arbeiterparteien SPD und KPD erhielten in Mammolshain insgesamt 5 Mandate, während in Königstein die Liste „Republikanische Werktätige Bevölkerung“ lediglich einen einzigen Sitz bekam. (24.3.2013)

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